Zurück zur Übersicht Allgemein, Deutsch Auch heute begann der Tag mit dem 8-Uhr-Briefing für Sandro, während Jonas erwachte und das Programm P4 (Unknown 2) bereits wieder im Kopf durchging. Um 11 Uhr hiess es für Jonas und Sandro wieder Figuren zeichnen/vorschlagen für das Programm 5 (Unknown 3). Damit alle Nationen die gleiche Chance haben eine Figur einzureichen, wurde auch heute die Reihenfolge ausgelost. Um das Schweizer Glück zu erhöhen, wurden kurz vor der Ziehung wieder die Glückskrokodile verspeist – und siehe da: Auch heute haben sie uns wieder Glück gebracht. Als zweite Nation durften wir eine Figur vorschlagen und mussten keine «Rücksicht» auf die anderen Nationen nehmen, ausser, dass dieselbe Figur nicht nochmals vorgeschlagen werden darf und der Schwierigkeitsfaktor (K-Faktor) maximal bei 43 liegt. Da sich der Wettbewerb langsam dem Ende neigt, entschieden sich Jonas und Sandro, eine Figur mit genau diesem maximalen Schwierigkeitsfaktor vorzuschlagen. Dies brachte die anderen Nationen ein wenig in die Bredouille, da Deutschland vor uns eine gerissene Rolle vorgeschlagen hatte und Jonas eine ¾ gestossene Rolle wählte. Eine gerissene bzw. gestossene Rolle zeichnet sich dadurch aus, dass an einem Flügel kurzzeitig die Strömung abreisst, was die Rotationsgeschwindigkeit drastisch erhöht. An diesem Briefing wurde ausserdem beschlossen, dass am Mittwoch nicht geflogen wird und am Dienstagabend ein Nationenabend stattfindet. Vor der Abreise hatten wir uns im Schweizer Team noch überlegt, ob wir Raclettekäse und einen entsprechenden Grill mitnehmen sollten. Wir entschieden uns dagegen, da wir den Aufwand für alle Piloten, Judges, die Jury und die Helfer als einzelne Nation mit nur einem Piloten für zu gross hielten. Dass es einen Nationenabend geben könnte, an dem jeder etwas mitbringt, daran hatten wir schlicht nicht gedacht. Nun denn: Es bleiben noch rund 24 Stunden, um sich ein Schweizer Gericht auszudenken, einzukaufen, vorzubereiten und bis Dienstagabend um 20:00 Uhr zu kochen… Mittlerweile wurden auch die Resultate von Programm 3 (Free) publiziert. Leider verlief es nicht ganz so, wie es das Bauchgefühl von Jonas vorhergesagt hatte. Er erflog zwar den guten 5. Platz, jedoch konnte der führende Pilot – Maciej Pospieszynski (POL) – seinen Vorsprung auf Jonas um 76 Punkte ausbauen. In der Zwischenzeit brachen Christiane und Jochen zu einem Spaziergang um den Lac Maleau auf. Später berichteten die beiden Jonas und Sandro, dass es auf der einen Seite sehr schön gewesen sei, der Fluglärm durch die Schleppflugzeuge jedoch nicht zu unterschätzen sei. Das ist verständlich: alle 5–10 Minuten startet ein Schleppflugzeug, und über den Tag verteilt gibt es allein für die Kunstflug-WM rund 50 Schlepps – die Schlepps für die Streckenmuggler und die Schulung von Fayence noch gar nicht eingerechnet. Zurück auf dem Flugplatz bereiteten Jochen und Sandro den Swift für den Start vor, während Jonas im Schatten bei Christiane den anstehenden Flug in seiner Box nochmals mehrfach durchging. Jonas startete als zweiter Pilot in den vierten Wettbewerbsflug. Zuvor gab es allerdings noch Verzögerungen: Der Warm-up-Pilot musste zweimal starten, da er beim ersten Flug bei einer Figur die gestossene Rolle nicht fliegen konnte (die Geschwindigkeit war zu hoch um zu stossen) und so der maximalen Zulässigkeit (VNE) des Flugzeugs gefährlich nahe kam. Auch beim zweiten Flug hatte er mit Problemen zu kämpfen und musste den Flug erneut beenden, ohne das Programm vollständig abgeflogen zu haben. Das zeigte dem Schweizer Team einmal mehr, dass die Figuren keineswegs ohne sind. Das heutige Programm wies im Groben zwei Schwierigkeiten auf: Der Flug startete mit einem Weibchen (senkrecht nach oben, bis keine Strömung mehr anliegt und das Flugzeug nach hinten kippt) sowie der verfügbaren Höhe nach unten. Da man mit einem Weibchen startet, darf dieses am obersten Punkt maximal 1200 m AGL (Höhe über Grund) haben. Aus diesem Grund fehlten am unteren Ende einige Meter, weshalb man sehr sparsam fliegen, aber an den richtigen Stellen das Flugzeug wieder «laufen lassen» musste. Heutiges Programm 4 (Unkown 2) Als Erklärung: schwarze Linien: in der «normal Fluglage» respektive mit positiver Beschleunigung, eine solche Linie kann jedoch auch senkrecht sein (bspw. bei Figur 1) rote gestrichelte Linien: auf dem Rücken beziehungsweise mit negativer Beschleunigung rot ausgemaltes Dreieck: gestossene Rollen nicht ausgemaltes Dreieck: gerissene Rollen Pfeil ab der Linie: halbe Rolle – die Zahl gibt an, ob bspw. Eine 8 oder 4 Zeiten Rolle geflogen werden muss Pfeil vor und nach der Linie: ganze Rolle schwach gepunktete Linie: dient nur als Hilfe, sodass die nächste Figur einfacher «entdeckt» werden kann Als Jonas in der Luft war, konnten Christiane, Jochen und Sandro wieder an den Rand des Flugplatzes fahren, um den ersten Piloten zu beobachten. Dieser hatte bei einer tief geflogenen Figur mit einem partiellen (ungewollten) Strömungsabriss zu kämpfen und musste den Flug deshalb leider unvollständig beenden. Jonas konnte seinen Flug schliesslich so durchführen, wie es Jochen und er vorab besprochen hatten. Dort, wo er wirklich Fahrt aufnehmen musste, setzte er das super um. Leider funktionierte auch heute der Rollenkreis nicht zu 100 % nach Wunsch – eine Baustelle, an der Jonas noch arbeiten muss. Zurück in der Schweizer Basis (vielen Dank an Christiane und Jochen, die ihren Camper mitgenommen haben, sodass wir immer Schatten, gekühlte Getränke und eine super Verpflegung haben!) durften wir vier die restlichen Piloten beobachten. Leider für die Konkurrenz – aber erfreulich für Jonas – kämpften sehr viele Piloten mit der Höhe und hatten teilweise zu wenig Fahrt für die Figuren. Einige mussten den Wettbewerbsflug abbrechen oder kassierten eine HZ (Hard Zero: Wenn eine Figur falsch geflogen wird, gibt es nicht nur 0 Punkte, sondern eine HZ – was noch bitterer ist, da die Figur als nicht geflogen bewertet wird). Unglücklicherweise haben aber auch diejenigen, die im Klassement vor Jonas liegen, einen guten Flug abgeliefert. Somit bleibt es weiterhin spannend! 1/10 Christiane und Jochen beim Ausflug zum Lac Maleau 2/10 Auch hier hat es leider nicht mehr so viel Wasser... 3/10 Die Wanderung war gnadenlos heiss bei 33.5° Grad im Schatten, dies bereits um 11 Uhr 4/10 Der Warm-Up Pilot wird vom Schweizer Team akriebisch begutachtet 5/10 Jonas schnallt sich vor dem Flug an. Hinter der Kopfstütze kann man das HMD entdecken. 6/10 Der Schweizer Swift startet für den nächsten Wettbewerbsflug 7/10 Der einzig verbleibende in der Schweiz immatrikulierte Swift bei der Landung. 8/10 Die Kräfte auf den Piloten sind nicht ohne - + 7.0 G bzw. - 5.4 G (Beschleunigung) 9/10 Cockpit vom Schweizer Swift S-1 10/10 So sieht es an der Judges-Line aus - bei Tine (Judge) und Marc (Assistent)