Zurück zur Übersicht Allgemein, Deutsch Heute startete der Tag erst um 11 Uhr mit dem täglichen Briefing. Eigentlich wäre das Briefing jeweils um 8 Uhr, jedoch war am Morgen der Wind zu stark vorhergesagt, sodass vor dem Mittag noch nicht geflogen werden konnte. Jonas war mit der Startnummer 3 an der Reihe. Zu Beginn eines jeden Programmes fliegt ein Warm-Up Pilot die Judges «warm». Dies hat das Ziel, dass alle Judges die Figuren ähnlich werten und es wird auf gewisse Spezialitäten eingegangen. Der Warm-Up sollte um 14 Uhr in der Luft sein – in der Theorie. Als er um 14:05 Uhr noch nicht in der Luft war, kam die Mitteilung, dass der Wind nochmals gemessen wird. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten; Drohne/Flugzeug/Ballon. Hier in Fayence fliegt ein Motorflugzeug auf verschiedenen Höhen durch die Kunstflugbox und kann so den Wind ermitteln. Schliesslich kam die Mitteilung, wie der aktuelle Wind war (innerhalb der Limiten, die es gemäss Regelbuch gibt) und 20min später war der Warm-Up Pilot in der Luft. Der Wind ist für den Pilot insofern relevant, dass die Figuren/Strecken so einteilt, dass alles in der Kunstflugbox Platz hat. Darüber hinaus gibt es auch Limiten für Seiten-/Gegen- und Rückenwind. Und ja, all diese Limiten müssen am oberen Ende der Box (auf 1200m AGL – Höhe über Grund), in der Mitte (auf 700m AGL – Höhe über Grund) und am Boden eingehalten werden. Jonas war kurz vor 15 Uhr auch in der Luft und die Punkteaufholjagt sollte beginnen. Gemäss Reglement soll das Kunstflugzeug vom Schleppflugzeug in einer bestimmten Richtung auf der Boxmitte die Box anfliegen. Bei Jonas war es jedoch so, dass der Schleppflugzeugpilot die Box sehr südlich (vom Boden aus, sogar ausserhalb der Box) anflog. Jonas blieb gelassen und verweilte für eine weitere Runde am Schleppseil. In der Zwischenzeit ging Sandro zum Startleiter und wies diesen an, das Schleppflugzeug soll doch die Mitte der Box ansteuern, was er beim zweiten Anlauf auch gemacht hat. Der Flug war bis auf den Turn solide. Die Resultate haben wir bis zum Blogeintrag noch nicht erhalten. Es kann also sein, dass die Judges anderes moniert haben als Jochen, Christiane und Sandro. Die Kunstflugbox (1km x 1km x 1km) ist direkt über dem Flugplatz. Aus diesem Grund fuhren wir direkt, nachdem der Swift vor seinem Hänger war, in die Nähe der Judgesline und haben die anderen Flüge beobachtet und uns Notizen zu jedem Piloten und dessen Figuren gemacht. Dies hat das Ziel, dass wir besser verstehen, auf was die Judges achten und somit noch mehr Punkte aus den einzelnen Flügen herausholen können. Der letzte Pilot der Unlimited Klasse hat seinen Flug beendet und wir fuhren zurück zum Flieger. Dieser steht nun geputzt vor seinem Hänger und wartet auf das nächste Abenteuer morgen. Als wir den Flugplatz verlassen wollten, haben wir noch kurz den HMD (Hight Measuring Device) im Scoring Office abgegeben. Das HMD misst, wie hoch das Flugzeug ist und meldet dies direkt den Judges. Dies aus dem Grund, denn bei der ersten Figur darf 1’200m AGL (Höhe über Grund) nicht überschritten werden und nach unten gibt es die Limite von 200m AGL (Höhe über Grund), die bei keiner Figur unterschritten werden darf. Wenn wir eh schon im Scoring Office sind, wollten wir noch die Scoresheets der einzelnen Judges begutachten vom ersten Flug. Jeder Judge hat ein einzelnes Scoresheet, darauf notiert seine/sein Assistentin/Assistent die Noten für jede einzelne Figur. Dabei haben wir festgestellt, dass bei einer Figur (Nr. 5) auf dem Scoresheet 7.5 Punkte (von maximal möglichen 10.0) notiert war, jedoch wurde im System nur 6.5 Punkte eingegeben. Diese Differenz wird multipliziert mit dem Schwierigkeitsfaktor (K-Faktor) geteilt durch Anzahl Judges. Der Inpact wäre bei Jonas rund 2.85 Punkte. Jedoch wurde das P1 heute um 10 Uhr «final» gestellt, sodass keine Proteste eingereicht werden können. Lessens learnd: Werden wir nicht informiert, müssen wir aktiv zum Scoring Office gehen und die Scoresheets anschauen. Die Advanced-Klasse wurde in unserem Whatsapp-Chat darauf hingewiesen, wann der Protestzeitpunkt abläuft, bei der Unlimited-Klasse leider nicht. Dennoch ist es unser Fehler. Wir hoffen, dass es schliesslich nicht auf die 2.85 Punkte drauf ankommt. Wir lassen uns davon nicht beirren und freuen uns, dass morgen das P3 (Free) geflogen wird. Weiter sind wir auch gespannt, wie die anderen Piloten/Nationen aus den 7 vorgeschlagenen Figuren das bestmögliche Programm zusammengebastelt haben. 1/3 Die letzten Feinjustierungen werden zwischen Jochen und Jonas besprochen. 2/3 Das Warten, bis der Warm-Up Pilot endlich in der Luft ist... 3/3 Die Ruhe vor dem Sturm